14. Stammtisch

Man gräbt sich tief in die Erdkruste. Hier sieht man besonders schön Barks‘ Liebe zum Detail.

Fr, 12. Februar 2021, 18:30 – 21:45

Ort: zoom-Meeting

17 Teilnehmer (alphabetisch)

  • Alex aus Ludwigshafen (EPdD*)
  • Andreas aus Oberursel
  • Armin aus Frankfurt
  • David aus Schwalbach am Taunus
  • Georg Zeilinger aus Wien
  • Heike aus Limburg
  • Irene aus Köln (xPdD**)
  • Jakob aus Limburg
  • Jan aus Köln (xPdD**)
  • Jörg aus Rodgau
  • Kirsten aus Frankfurt
  • Markus aus Offenbach
  • paTrick aus Riehen/Schweiz
  • Paul aus Mainz
  • Ralph aus Frankfurt
  • Sven aus Frankfurt
  • Thorsten aus Offenbach

*EPdD = Ehren-PräsidEnte der D.O.N.A.L.D.

**xPdD = Ex-PräsidEnte der D.O.N.A.L.D.

Protokoll: Ralph Hössel

Donaldisches Durcheinander

Das donaldische Durcheinander dauerte nur kurz. Fast alle waren pünktlich. Der Stammtisch wurde virtuell mittels zoom-Meeting durchgeführt.

17 Teilnehmer*innen

Mit 17 Teilnehmern haben wir unseren Rekord vom April 2020 wieder eingestellt.

Tagesordnung

Die Hymne

Die Hymne wurde auch dieses Mal durch den Vokalkreis Lahntal unterstützt, deren Hymnenversion über das Konferenz-Tool eingespielt wurde, so dass jede/r zuhause ungestört von zeitversetzten Mitdonaldist*innen die bezaubernde Melodie und den mitreißenden Text schmettern konnte.

Kongress 2022 oder 2023?

Wir beschließen, uns für den D.O.N.A.L.D.-Kongress 2022 zu bewerben.

Laut Auskunft von Jörg (nach Auskunft von Christian Pfeiler) findet der Kongress 2022 wohl wieder, wie gewohnt, Anfang Ende März/ Anfang April statt. Natürlich nur, wenn bis dahin der Fluch des Corona-Virus von uns gewichen ist.

Dankenswerterweise ist ein Mitglied der A.E.I.O.U. anwesend und versichert uns, dass Wien sich erst für 2023 bewerben wird.

Spontane Vorschläge für den Veranstaltungsort werden laut: Caricatura Museum, Filmmuseum, und andere. Diese sowie alle Vorschläge, die wir bereits letztes Jahr für die geplante Bewerbung gesammelt hatten, werden bei der 1. Planungssitzung für den D.O.N.A.L.D.-Kongress in Frankfurt 2022 am 28. Februar besprochen. 9 Freiwillige melden sich spontan. Der Protokollführer ist endlos begeistert von so viel donaldischer Tugend!

Land unter der Erdkruste

Dieses Mal hat uns Thorsten den Diskussionsbericht ausgesucht. „Land unter der Erdkruste“ ist von August 1955 und heißt bei der amerikanischen Ersterscheinung „Land Beneath the Ground“. Erstmals in Deutschland veröffentlicht wurde der Bericht in den Micky-Maus-Heften Nr. 46-49 im November und Dezember 1975. Eine zweite deutschsprachige Veröffentlichung erfolgte im Januar 1991 in den TGDD 111. Beide Versionen sind allerdings ohne den Teil, in dem die Lore von Donald und Dagobert 40 Minuten lang einen Looping durchfährt, wie Alex anmerkt. Somit ist die erste vollständige deutschsprachige Veröffentlichung in der Barks Library Special Onkel Dagobert Band 10 zu finden.

Carl Barks‘ postinduzierte Kürzung

Jörg offenbart uns, dass Barks den Bericht um 5 Seiten gekürzt hat. Grund ist wohl der ermäßigte Posttarif, der zum Ansatz kam, wenn neben der Hauptgeschichte eine weitere Geschichte enthalten ist, in der die Charaktere der Hauptgeschichte nicht vorkommen durften. 2 Seiten und 3 Panels der Kürzung sind noch erhalten (Grote, Carl Barks – Werkverzeichnis der Comics, 1995, S. 98). In der BL und CBC sind 2 Seiten eingefügt, d.h. dort sind es 29 Seiten (TGDD 27 S.). Interessanterweise gibt es daher in der Micky-Maus- und in der TGDD-Version ein Panel, das nicht in der Barks Library enthalten ist.

Dieses Panel aus den beiden ersten deutschsprachigen Veröffentlichungen sucht man in der Barks Library vergebens (TGDD 111)

Verirrungen und Verwirrungen

Jörg weißt uns außerdem auf einige Besonderheiten hin, wie zum Beispiel, dass im folgenden Panel der MM (außerdem in der BL und CBC) ein Wort am Ende fehlt („da“)…

Mal sind sie da, mal nicht (links:MM 46/1975, rechts: TGDD 111)

…oder, dass in den TGDD in der 2. Auflage aus einer Winde Wind wird:

links: „Winde“ MM 46/1975, rechts: „Wind“ TGDD 111

Alex und Jörg fällt auf, dass Dagobert Donald als „Onkel Donald“ bezeichnet – und dies sowohl in der MM als auch in den TGDD. BL und CBC sind korrekt ohne „Onkel“ (möglicherweise eine redaktionelle Änderung).

Hat sich Dagobert gedanklich in die Neffen versetzt? Oder warum denkt er von Donald als „Onkel Donald“?

Ein vielseitiger Bericht

Der Bericht enthält alles was ein guter Bericht braucht und noch viel mehr, wie uns Thorsten aufzulisten weiß: Spannung, Humor, Das Schlaue Buch, Naturwissenschaften, Sport, Geisteswissenschaften, Pseudowissenschaften, extravagante Mode und große Emotionen!

Modisch und emotional geht es zu in dem Bericht „Land unter der Erdkruste“.

Irene bemerkt darüber hinaus noch so seltsame Begebenheiten wie gummiartige Kniegelenke oder elastische Eisenbahnschienen.

Weder die Knie des Kellners noch die Schienen der Lorenbahn sind vor den Verwüstungen der Kullern sicher.

Außerdem weist uns Irene auf die Detailtreue des Barks’schen Berichts sowie auf den den Röntgenblick des Autors hin. Denn wie sonst könnte es gelingen den Tunnel in die Erdkruste in solcher 3-dimensionaler Klarheit zu sehen?

Barks‘ Liebe zum Detail. Hier noch mal vergrößert.
Eine Alliteration (in Micky Maus 46/1975 und TGDD 111, 1991), wie sie schöner nicht sein könnte

Herausragende Fachliteratur

Wie immer brilliert Dagobert mit guter Bildung und entsprechender Fachliteratur, wie Irene uns kundig anhand der Folianten über Ölquellen, die sich auf dem Duck’schen Schreibtisch befinden, aufzeigt.

Die Evolution einer Ölquelle, wenn sie ausgebeutet wird.

Wucherzinsen

Zu den auch in diesem Bericht wieder offenbar werdenden Wucherzinsen von Dagobert berichten uns Andreas, Jörg und Paul. Dagobert hat einen Schuldschein von Donald über 50 Kreuzer, die Donald ihm seit 6 Jahren schuldet. Dagobert will mit Zins und Zinseszins 500 Taler. Die Bezeichnung Wucher ist hier stark untertrieben. Das ist das 1000-fache! Die Berechnung des Jahreszinses x ist trivial, überrascht aber dennoch. Der geschuldete Betrag entspricht einem Zins von 121% bei monatlicher bzw. 216% bei jährlicher Verzinsung.

Jahreszins 216%

Farbspiele

Thorsten und Ralph weisen auf die Farben der Kullern hin. In der Barks Library erscheinen die Kullern in den Farben violett, grün und ziegelrot. Es ist jedoch verwirrenderweise stets nur von „grünen“ Kugeln die Rede.

in der Barks Library: violette, ziegelrote und grüne Kugeln

Paul geht dem Problem genauer nach und entdeckt, dass je nach Veröffentlichung sowohl die Farben als auch der Text variieren. Die Barks Library zeigt die gleiche Farbgebung wie die amerikanische Version. In der Veröffentlichung im Micky-Maus-Heft sind die Kullern tatsächlich grün, und Text und Bild passen zusammen. In den TGDD passen Text und Bild auch zusammen, allerdings wurde hier die Farbe in beiden Berichtskanälen in lila geändert.

Vergleich von Farbgebung und Text in der Micky Maus (links, MM 46/1975) und in den TGDD (rechts, TGDD 111, 1991)
Vergleich der Farbgebung in der Barks Library (links) und in der amerikanischen Version (rechts, US13)

Alex fällt schließlich auf, dass in den TGDD möglicherweise eine nachträgliche Manipulation des Textes stattgefunden haben könnte, wenn man den ungewöhnlichen Wortabstand im unten rot umrandeten Teil des Satzes betrachtet.

3 grüne Kugeln werden zu drei lila Kugeln: links: MM46/1975, rechts: TGDD 111, 1991

Jedoch – wie Alex nicht müde wird zu betonen – muss auch hier wieder darauf hingewiesen werden, dass die Farbgebung in den Berichten oft eher vom Gemütszustand und Drogenkonsum der Kolorierer abhängen mag, als von tatsächlich berichteten Tatsachen aus dem Anaversum. Denn bekanntermaßen hat Carl Barks in den allermeisten Fällen nur Tuschezeichnungen ohne Farbe angefertigt. Dies ist ein lange bekannter Effekt, der auch an anderer Stelle im gleichen Bericht beobachtet werden kann, nämlich anhand der Mützenfarbe der Neffen.

Willkürlich erscheinender Wechsel der Mützenfarben bei den Neffen (TGDD 111, 1991)

Als die Ducks in höchster Not während der Flucht über den Algenabhang im Schlauen Buch nachschlagen, hält zunächst der Neffe mit der grünen Mütze das Buch in seinen Händen, dann hat der Neffe plötzlich eine blaue Mütze und im dritten Panel wieder eine grüne Mütze, ohne dass das Buch aus ersichtlichen Gründen von einem Neffen zum anderen gewandert sein sollte.

Grenzenlose Grotten

Kirsten vermag klug zu vermitteln, dass die Adelsberger Grotten, auf die im Bericht Bezug genommen wird, in der Nähe der slowenischen Stadt Postojna (deutsch: Adelsberg) liegen, dass sie mit 24 km Länge die zweitgrößte Tropfsteinhöhle der Welt sind, dass das Höhlensystem aus drei Hauptebenen besteht, und dass darin 175 Tierarten leben, von denen 115 ausschließlich nur in Höhlen vorkommen, wie zum Beispiel der Grottenolm. Und dennoch ist das Reich der Kullern natürlich viel größer als die Adelsberger Grotten.

Die Adelsberger Grotten
(von Original uploader was Boštjan Burger (Lander) at sl.wikipedia – Übertragen aus sl.wikipedia nach Commons.,
CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4492478)
Da sich das Reich der Kullern unter sämtlichen Kontinente erstreckt ist es selbstverständlich viel größer als die Adelsberger Grotten

Paul hingegen geht noch einen Schritt weiter und prüft geschwind, was Herr Barks in der amerikanischen Version geschrieben hat. Und siehe da, er findet statt der Adelsberger Grotten die „Carlsbad Caverns“. Auch die Carlsbad Caverns können sich sehen lassen und eine augenscheinliche Ähnlichkeit mit den berichteten Höhlen der Kullern ist nicht von der Hand zu weisen.

Links: in der amerikanischen Version des Berichts (US13, 1955) wird mit den Carlsbad Caverns (Rock of Ages in the Big Room, photo by Ansel Adams) verglichen. Rechts (TGDD 111, 1991): wie oben beschrieben, der Vergleich mit den Adelsberger Grotten.

Loren-Looping

Andreas und Ralph versuchen herauszufinden, welche Mindestgeschwindigkeit Donalds und Dagoberts Lore haben muss, um nicht bereits beim ersten Looping-Versuch an der höchsten Stelle von der Decke zu plumpsen, mit welcher Geschwindigkeit die Lore von Donald und Dagobert in den Looping einfährt, und wie es sein kann, dass sich die Lore über 40 Minuten lang im Looping hält.

Wie schnell muss die Lore mindestens sein, damit sie den vollen Looping schafft und nicht an der obersten Stelle herunter fällt? Dies lässt sich leicht ausrechnen. Wenn man davon ausgeht, dass die beiden Ducks sich stehend in der Lore aufhalten, kommt man zu einem geschätzten Radius des Loopings von etwa 3,33 m. Es gilt nun, zu berechnen, wie schnell die Lore am höchsten Punkt des Loopings mindestens sein muss, damit die Zentrifugalkraft, die nach oben drückt, der Gewichtskraft, die nach unten zieht, entspricht.

Man errechnet eine Geschwindigkeit v von etwa 20,6 km/h an der höchsten Stelle des Loopings. Und nach dem bekannten Zusammenhang, dass die Geschwindigkeit im untersten Punkt des Loopings Wurzel 5 mal so hoch
wie im höchsten Punkt, kommt man zur Mindestgeschwindigkeit im untersten Punkt, nämlich 46 km/h

Mit welcher Geschwindigkeit fährt die Lore in den Looping ein? Würden wir davon ausgehen, dass die Fahrt auf der Schiene reibungsfrei vonstatten geht (von der Luftreibung der Lore, von Donald und von Dagobert einmal ganz abgesehen) würde die potentielle Energie, die bei der Fahrt in 6000 m Tiefe frei wird, vollständig in Bewegungsenergie überführt werden. Dies würde bedeuten (wie man ausrechnen kann), dass die Lore bei Eintritt in den Looping eine Geschwindigkeit von 1235 km/h hätte. Dies ist aus verschiedenen Gründen unwahrscheinlich:

  • Die Geschwindigkeit wäre höher als die Schallgeschwindigkeit. Ein Überschallknall wird nicht berichtet.
  • Die Lore wäre vermutlich auf ihrer Fahrt in die Tiefe, aufgrund der Zentrifugalkraft in der kurvigen Bahn, aus den Schienen gesprungen, wenn die Schienen nicht an der Wand entlang laufen, was sie nicht tun, wie man im Bericht sieht.
Die Schienen der Lorenbahn laufen selbst in einer Tiefe, wo die Lore bereits eine hohe Geschwindigkeit hat, nicht an der Wand sondern am Boden. Zentrifugalkräfte, die die Lore aus der Bahn werfen würden, scheinen keine Rolle zu spielen.
  • Bei Eintritt mit 1235 km/h in einen Looping von 6,66 m Durchmesser würde eine Zentrifugalbeschleunigung von etwa der 3600-fachen Erdbeschleunigung auf die Entenkörper einwirken. Diese Einwirkung wäre vermutlich aufgrund der Eigenschaften des Morphothels nicht tödlich, allerdings würden Donald und Dagobert wohl nicht mehr aufrecht in der Lore stehen können.

Dies bringt uns nun zu der Schlussfolgerung, dass die Fahrt auf den Schienen nicht völlig reibungsfrei vonstatten geht, sondern von Reibungskräften begleitet ist, die jenen, die wir aus unserem Universum kennen, vergleichbar sind. Damit kann man schlussfolgern, dass die Lore zwar mit rasanter Geschwindigkeit in den Looping einfährt aber keine zerstörerischen Kräfte freisetzt. Ein Geschwindigkeitsabschätzung wäre ohne weitere Forschungen unseriös und wird daher an dieser Stelle unterlassen.

Anders sieht es aus, sobald die Lore in den Looping einfährt. Da sich die Lore bereits seit 40 Minuten im Looping hält, und Dagoberts grobe Schätzung sogar davon ausgeht, dass eine signifikante Verlangsamung erst am Donnerstag eintritt, muss man davon ausgehen, dass im System Metallrad (der Lore) auf dem Gestein in 6000 m Tiefe im Anaversum keine Reibung herrscht und die Abbremsung lediglich durch den Luftreibung von Lore und Entenkörper zustande kommt.

Eine Erkenntnis, die sicher weitere Forschungsarbeit induzieren wird!

Eine, wenn auch geringe, Reibung führt zu einem Stopp am Donnerstag

Ein anspruchsvolles Ökosystem

Alex, Andreas, Kirsten und Thorsten bereichern uns mit ihren Beiträgen zum Ökosystem der Kullern. Sie thematisieren den Lebensraum an für sich, das Licht, die Temperatur und diskutieren die Existenz flüssigen Wassers.

ein unterirdisches Ökosystem in 6000 m Tiefe

Lebensraum

Der Lebensraum der Kullern mutet an, wie herausgewaschene Sandstein-Höhlen. Thorsten zeigt uns Formationen, die auch aus unserem Universum bekannt sind.

Ausgewaschener Sandstein. Oben: in 6000 m Tiefe im Anaversum. Unten: Formationen aus unserem Universum [Quellen: https://www.fotocommunity.de/photo/delicate-arch-soap00/20081356; https://pxhere.com/en/photo/1192030]

Wärme und flüssiges Wasser sind wesentliche Voraussetzungen für Leben. Beides ist im Reich der Kullern im Überfluss vorhanden. Wir wissen von Algen sowie von höheren Pflanzen, die zur Herstellung von Stoffen und zur Schilder-Produktion genutzt werden.

Leben in Form von Algen, von Pflanzen die für die Herstellung der Schilder genutzt werden und von Kullern.

Die Kullern sind an ihr Öko-System optimal angepasst. Große Höhlen implizieren weite Wegstrecken, welche von den Kullern schnell, energiesparend und quasi spielend überwunden werden. Rollen oder Kullern ist eine flotte und energieeffiziente Form der Fortbewegung, da Rollreibung geringer ist als Haftreibung. So können sich die Kullern leicht um die halbe Welt verbreiten. Rollen ist aber nur in der Ebene von Vorteil, weswegen die Kullern letztendlich bei dem Versuch scheitern, die Ducks auf ihrer Flucht nach oben einzuholen. Auch eine hohe Temperatur ist für die Kullern gut zu verkraften, da der Wärmeaustausch über die Oberfläche erfolgt, und das Oberflächen-Volumen-Verhältnis ist bei Kugeln optimal ist.

Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage der Fitness der Kullern. Diese These verfolgt Thorsten, als er nach der Ernährung der Kullern fragt.

Links: Stärke, Mitte: nach vorne gerichtete Augen und Pflanzenfressergebiss, rechts: Schweiß stiebt vom Kopf des Kullers

Kullern habe nach vorne gerichtete Augen. Dies ermöglicht die Fokussierung zur Einschätzung von Entfernungen. Sie haben starke Arme zum Zupacken. Daraus lässt sich schließen, dass Kullern Fleischfresser sind. Andererseits haben Kullern keine Fangzähne sondern eher ein menschlich anmutendes Gebiss. Dies und die Existenz von Schweißdrüsen deuten darauf hin, dass die Erdkrustenbewohner auch Pflanzenfresser sind. Das Fazit kann nur lauten: Kullern sind Flexitarier.

Licht und Lumineszenz

Radium-Diskussion
(„Der Perlsamen“, BL-WDC 13)

Thorsten führt weiter aus, dass für Ziffernblätter von Uhren lumineszierende Farben verwendet werden, die (früher) von einer radioaktiven Substanz zum Leuchten angeregt werden. Bis in die 1960er Jahre wurde für die Leuchtzifferblätter von Armbanduhren und Weckern Radium (Ra-226) und Promethium (Pm-147) verwendet. Heutzutage wird vereinzelt Tritium genutzt. Radium existiert auch im Anaversum (siehe rechts). In analoger Weise mag man sich erklären, wie es in den Höhlen der Kullern zu der durchaus ausreichenden Beleuchtung kommt.

Temperatur und Druck

Andreas und Thorsten wiesen darauf hin, dass der Temperaturgradient (im Durchschnitt 3 K / 100m) abhängig vom Gestein ist. Für „Urgestein“ gilt etwa 2 °C pro 100 m Tiefe. Also sollte der Temperaturunterschied der Oberfläche zu 6 km Tiefe etwa 120 °C betragen, wenn die Verhältnisse im Anaversum vergleichbar mit jenen in unserem Universum sind.

Da die Enten in dieser Umgebung ganz ohne Probleme existieren können, ohne sich die Füße zu verbrennen, schließt Andreas messerscharf, dass es entweder im Anaversum keine oder deutlich weniger Erdwärme gibt als bei uns, oder dass das Innere des anatiden Planeten weit weniger heiß ist als bei uns, oder dass der Planetenkern des anatiden Himmelskörpers entweder nicht flüssig ist, oder aber der flüssige Kern kleiner ist als auf der Erde, oder dass die maximale Erwärmung im Anaversum bei maximal 1,5 °C oder weniger pro 100 m liegt, oder alles zusammen.

Thorsten merkt noch an, dass flüssiges Wasser übrigens auch bei 120 °C noch existieren könnte, wenn man den hohen Druck in der Tiefe berücksichtigt. In der Tiefe von 6000 m Tiefe kommt es zu einem Luftdruck von etwa 1800 hPa (1,8 bar). Dies erhöht den Siedepunkt von Wasser auf 120 °C.

Erdbeben

Wie Ralph uns mitteilt, habe irdische Erdbeben ihren Ursprung meist in der oberen Erdkruste, in wenigen Kilometern Tiefe. Dies scheint auch im Anaversum so zu sein, da die Kullern, die dort die Erdbeben auslösen, in 6 km Tiefe leben.

Die Kullern sind die Meister des Erdbebenspiels. Thorsten fragt sich wie dies entwicklungsgeschichtlich einzuordnen ist.Findet sich der Ursprung des Erdbebenspiels im Balzverhalten?

Ursprung Balzverhalten?

Andererseits bietet die Kugelform eine optimal gleichmäßige Verteilung von Druckdifferenzen. Spannungen verteilen sich so gleichmäßig auf der Oberfläche, was optimal für das Erdbebenspiel ist.

optimale Druckverteilung, auch bei Extrembelastung

1 Kubikdezimeter Granit („Urgestein“) wiegt 2,8 kg. Auf jeden Kuller wirkt beim Erdbeben-Pokalendspiel ein Druck von ca. 1.600 bar.

Kullern haben keine Angst vor hohem Druck

Stein-Radio

Kirsten führt uns in die Entdeckungsgeschichte des Elementes Germanium ein und erläutert die wichtigsten Eigenschaften und Anwendungen im irdischen Universum. Auch bei uns wurde Germanium bis in die 70er Jahre als Halbleiter – vor allem zur Herstellung der ersten am Markt erhältlichen Dioden und Bipolartransistoren verwendet, wurde dann allerdings später durch Silizium verdrängt. Heute spielt es noch in der Hochfrequenztechnik als Verbindungshalbleiter eine Rolle.
Jan will es noch etwas genauer wissen und vergleicht den prinzipiellen Aufbau eines irdischen Radioempfängers mit der Situation bei den Kullern. Der Detektorempfänger ist hier eine Germaniumdiode auf der Basis einkristallinen Germaniums (Germaniumplatte). Da Hochfrequenzströme für den Menschen nicht wahrnehmbar sind, filtert die Germaniumdiode das Niederfrequenzsignal aus dem Hochfrequenzsignal, um dieses im Lautsprecher hörbar zu machen (Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Detektorempf%C3%A4nger, https://de.wikipedia.org/wiki/Germaniumdiode)

Links: Radioempfänger der Kullern, rechts: Radioempfänger der Menschen (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Detektorempf%C3%A4nger). Analoge Elemente sind farblich gekennzeichnet.

Eine Antenne wäre notwendig (weil tief im Berg sonst kein Empfang möglich wäre), wird aber nicht offensichtlich berichtet. Die Erdung ist vorhanden. Kondensator und Spule wären ebenfalls notwendig (für Programmwahl – da unterschiedliche Programme gehört werden), werden aber ebenso wenig berichtet wie der unverzichtbare Lautsprecher.

Welche Alternativen zu einem herkömmlichen Lautsprecher gäbe es? Man kennt sogenannte Summsteine. Diese bestehen aus einem Stein mit einer Aushöhlung, dem sogenannten „Summloch“. Steckt ein Mensch den Kopf in diese Höhle/ in das Summloch und atmet tief summend aus, können die Töne in Resonanz geraten und erzeugen dadurch Vibrationen, die den ganzen Körper erfassen. Steine können also akustische Wellen verstärken. Dennoch muss Jan konstatieren, dass ein auf Germanium und Stein basierendes Radio technisch in unserer Welt nicht realisierbar wäre.

Kullern und Gnixen

Alex bringt die These an den Stammtisch, dass Kullern mit den Gnixen verwandt sein könnten, zumindest hätten sie auch die Fähigkeit zu schwellen. Man vergleiche hierzu die folgenden Abbildungen.

Typischer Schwellvorgang bei den Gnixen („Die Sumpfgnome“, BL-DO 3)
Beobachten wir hier die Schwellfähigkeit der Kullern? TGDD 111, 1991

Außerdem hat Alex aufgeworfen, dass die Kullern möglicherweise Außerirdische sein könnten, da sie von den Ducks als „Erdlinge“ sprechen, und nicht beispielsweise als „Oberflächenbewohner“. Textstelle ist das vierte Bild bei dem Gnixen/Kullern-Vergleich ,oben.

Ein langer Tunnel

Wir wissen, dass der Lebensraum der Kullern sich etwa in 6 km Tiefe befindet. Der Weg dorthin führt aber durch eine spiralförmige Röhre. Alex fragt sich nun, wie weit denn der Weg von der Erdoberfläche bis in das Reich der Kullern ist. Wenn wir von einer Neigung von 45° ausgehen, dann können wir die Länge analog einem rechtwinkligen Dreieck berechnen.

Die Weglänge beträgt also etwa 8500 m. Dies überrascht, da doch die Ducks ohne Pause und mit flottem Schwung vor den Kullern fliehen und in Nulkommanix oben ankommen, ohne übermäßige Erschöpfung zu zeigen.

Aufenthalt in 6000 m Tiefe befördert offensichtlich die Fitness auch betagter Anatiden

Kugelwesen? – da war doch was!

Armin philosophiert, ob der Bericht nicht ein Hinweis auf die Kugelmenschen Platons sein kann. „Dem Mythos zufolge war die menschliche Natur ursprünglich ganz anders als die…“ [uns] „…vertraute. Die Menschen hatten kugelförmige Rümpfe …“ [Daher] „… konnten sich die Kugelmenschen schnell fortbewegen, nicht nur aufrecht, sondern auch so wie ein Turner, der ein Rad schlägt….“. Aufgrund eine Zwistes mit Zeus entschied jener sich, die Kugelmenschen in zwei Teile zu zerschneiden. Die nunmehr zweibeinigen Menschen litten schwer unter der Trennung von ihren anderen Hälften. Die Sehnsucht nach der verlorenen Ganzheit zeigt sich in Gestalt des erotischen Begehrens, das auf Vereinigung abzielt.

Kugelwesen: sehen wir Männchen und Weibchen? Oder gibt es keinen Unterschied?

Die Kullern scheinen die Ursprünglichkeit der Kugelmenschen wenigsten zum Teil widerzuspiegeln. Sie scheinen keine Geschlechtsaustattung zu haben, eine Unterscheidung nach weiblich und männlich ist nicht möglich. Auch ihre völlige Zufriedenheit mit sich und der Situation deutet darauf hin, das wir es hier mit harmonischen, sich noch in Einheit befindlichen Wesenheiten zu tun haben.

Was können Fachleute?

Hr. Zeilinger rundet schließlich den bunten Reigen ab. Ihm ist bei der Durchsicht des Berichtes aufgefallen, dass Donald möglicherweise Wissenschaftsskepsis zumindest aber Fachleuteskepsis zeigt. Obwohl er Professoren und andere Akademiker sonst mitunter unterwürfigen Respekt zollt (in mehreren Berichten wird dies dargelegt) oder nach wichtigen Erfindungen sofort Professoren kontaktiert, zeigt er hier eine ausgeprägte Skepsis gegenüber der Arbeit von Fachleuten.

Mutmaßungen, selbst von Fachleuten, helfen Dagobert nicht weiter.

Der Bericht weist auf ein Phänomen hin, das in unserer Welt präsenter und präsenter wird. Nicht zuletzt ist dieses Phänomen bei einer Person, die den gleichen Vornamen wie der kleine Herr Duck hat besonders erlebbar. Die Arbeit von Fachleuten und die Erkenntnis von Wissenschaftlern wird kritisch hinterfragt und es wird daran gezweifelt, dass diese mit ihrer Expertise ein Problem gut lösen könnten. Denn Fachleute können immer nur mutmaßen. Diese Aussage weist darauf hin, dass Donald nicht vorurteilslos ist.

Hätte Dagobert Duck Fachleute beauftragt, die Möglichkeit eines schweren Erdbebens zu ergründen, dann hätten diese gemessen. Er aber hat Donalds Ratschlag „Gewissheit kannst du dir nur selbst verschaffen“ angenommen und lässt graben.

  • in je 4 Wochen
  • jeweils 2000 Meter
  • in weiten Spiralen
  • durch festes Urgestein
  • händisch
  • 4 bis 5 Arbeiter
Geldspeicherhügel („Rieselgold“, BL-WDC 37)

Also, in je 4 Wochen sind 4-5 Arbeiter händisch (!) jeweils 2000 Meter in weiten Spiralen durch festes Urgestein vorangekommen. Entweder ist das anatide Urgestein wesentlich leichter abzubauen als irdisches, oder es gibt andere Faktoren, die diese hohe Effizienz der Entenhausener Arbeiter erklärt.

Völlig ungeklärt bleibt für Hrn. Zeilinger indes die Frage, wohin der ganze Abraum geschafft wird, der bei einer 8500 m langen Röhre immens viel sein muss. paTrick weist noch darauf hin dass der Abraum durchaus dazu genutzt worden sein könnte, um den großen Hügel, auf dem der Geldspeicher normalerweise steht, aufzuschütten. Doch dies muss für heute im Unklaren bleiben. Wieder ein Frage die von wissbegierigen Donaldist*innen aufgenommen und geklärt werden möge!

Neuigkeiten

Der nächste Stammtisch

Der nächste Termin des Stammtischs der G.R.Ü.N.E.n S.O.S.S.E. ist

am Freitag 16. April 2021
um 18:30 Uhr

Wir verwenden dazu wieder den zoom-Video-Dienst. Bitte einfach eine E-Mail an Ralph senden, dann gibt es die entsprechenden Zugangsdaten. Sind aber die Selben wie immer!

Der Bericht für das nächste Mal

Einstimmig wurde der Vorschlag von David „Der Traumstern“ angenommen. Zu finden zum Beispiel in der Carl Barks Library Special Daniel Düsentrieb Band 2 oder in der Micky Maus 21 von 1977.

Vorschläge vorgeschlagen am  vondiskutiert am Kommentar
Eine würzige Geschichte17.06.2019Thorsten09.08.2019veröffentlicht im DD 157
Das Gold der Inkas09.08.2019Heike 18.10.2019veröffentlicht im DD 158
Das Münstermännchen18.10.2019Andreas 13.12.2019veröffentlicht im DD 159
Der Zerstörer27.10.2019Christian 07.02.2020ausgearbeitet und eingereicht von Jörg, harrt seiner Veröffentlichung
Die Monsterstadt07.02.2020David 17.04.2020ausgearbeitet und eingereicht von Jörg, harrt seiner Veröffentlichung
Die Bewährung02.03.2020Ralph 19.06.2020wird ausgearbeitet von Ralph
Die drei dreckigen Ducks17.04.2020Josef und Mathilda 14.08.2020ausgearbeitet und eingereicht von Jörg, harrt seiner Veröffentlichung
Die Macht des Geldes14.08.2020Kirsten 09.10.2020wird ausgearbeitet von Jörg
Weihnachten für Kummersdorf03.11.2019Jörg 11.12.2020ausgearbeitet und eingereicht von Jörg, harrt seiner Veröffentlichung
Land unter der Erdkruste14.08.2020Thorsten 12.02.2021 wird ausgearbeitet von Jörg
Der Traumstern11.12.2020Davidnächstes Mal
(16.04.2021)
Erlebnisse einer Weihnachtsgans27.10.2019Christian  Weihnachtsbericht
Lockruf des Goldes28.10.2019Christian   
die bisher eingereichten Vorschläge für zu diskutierende Barks-Fuchs-Berichte

zur Startseite