Elfter Stammtisch

Fr, 14. August 2020, 18:30 – 20:30

Ort: zoom-Meeting

11 Teilnehmer (alphabetisch)

  • Alex aus Ludwigshafen (EPdD*)
  • Andreas aus Oberursel
  • Heike aus Limburg
  • Irene aus Köln (xPdD**)
  • Jan aus Köln (xPdD**)
  • Jörg aus Rodgau
  • Kirsten aus Frankfurt
  • Markus aus Offenbach
  • Mathilda aus Bad Schönborn
  • Ralph aus Frankfurt
  • Thorsten aus Offenbach

*EPdD = Ehren-PräsidEnte der D.O.N.A.L.D.

**xPdD = Ex-PräsidEnte der D.O.N.A.L.D

Protokoll: Ralph Hössel

Donaldisches Durcheinander

Das donaldische Durcheinander dauerte bis kurz nach 18:30. Der Stammtisch wurde virtuell mittels zoom-Meeting durchgeführt. Etwas später sind Andreas und Kirsten hinzu gestoßen.

11 Teilnehmer*innen

Wie es sich für einen elften Stammtisch gehört, sind 11 Donaldistinnen und Donaldisten erschienen. Für die Statistik-Fans hier die Übersicht seit Anbeginn:

Die Hymne

Die Hymne wurde dieses Mal durch den Vokalkreis Lahntal unterstützt, deren Hymnenversion über das Konferenz-Tool eingespielt wurde, so dass jede/r zuhause ungestört von zeitversetzten Mitdonaldist*innen die bezaubernde Melodie und den mitreißenden Text schmettern konnte.

Erbauliches

Obwohl einigen der Teilnehmer Lord Pumpernickel nicht unbekannt war, wurden 2 seiner beeindruckenden Werke vorgeführt, was zur allgemeinen Erheiterung und zu Wohlbefinden führte. [Nachtrag von Alex: bei Lord Pumpernickel handelt es sich um einen bekannten Donaldisten vom Bremer Stammtisch. Mit einem der Lieder, ich glaube es war Donald, hat er bei einer ZZ in Berlin einen Preis gewonnen. Ebenfalls sehr gelungen ist sein Beitrag „Du bist Schwarzenbach“, eine Entenhausen-Version des damals geläufigen „Du bist Deutschland“, uraufgeführt beim ersten Schwarzenbacher Kongress 2006]. Hier die Direktlinks nach YouTube:

Lord Pumpernickel : Donald

Lord Pumpernickel: Daisy

Neuigkeiten

Ralph weist auf die morgige, neunte Internationalen Donaldische Fernsehkonferenz hin. Weitere Informationen sind auf dem Schwarzen Brett der D.O.N.A.L.D. zu finden.

Die drei dreckigen Ducks

Dieses Mal haben uns Josef und Mathilda den Diskussionsbericht ausgesucht. „Die drei dreckigen Ducks“ ist von 1943. Der Originaltitel lautet „Three dirty little Ducks“.

Erstmals in Deutschland veröffentlicht wurde der Bericht 1979 in „Der Comic – Buch – Verlag präsentiert Carl Barks gesammelte Werke, herausgegeben von Peter Orban“ mit einer beigelegten deutschsprachigen Übersetzung von Aurel Ende (für weitere Informationen siehe das Standardwerk „Carl Barks, Werkverzeichnis der Comics“ von Johnny A. Grote). Einem größeren deutschsprachigen Publikum wurde die Geschichte dann erst 1987 in der Micky Maus (Heft 43) in der Übersetzung von Frau Dr. Fuchs präsentiert. In der Barks Library findet man den Bericht in WDC 3.

Alex fragt sich zunächst: „wie groß sind eigentlich die Neffen?“ Wie man schön im letzten Panel des Berichts sehen kann, reichen sie ihrem Onkel bis etwas über die Schulter. Dies überrascht zunächst nicht; wie immer halt, nichts Ungewöhnliches. Sie können sich allerdings problemlos hinter einem Teller verstecken – liegt das an der Perspektive? Es wird angemerkt, dass die abgebildeten Teller und Kannen keine Gebrauchsgegenständen sein könnten sondern Prunkware, zum Beispiel aus Zinn, die lediglich aus optischen und wohnraumgestalterischen Gründe hier aufgestellt wurden und somit durchaus größer als gewöhnliche Teller und Kannen sein könnten.

ungewöhnliche Verstecke für Junganatiden?

Des weiteren fällt Alex auf, dass sich die Neffen problemlos zu dritt in einem Tür-Vorhang platzieren, ohne, dass dieser merklich ausleiern würde oder die Vorhangstange sich durchbiegen würde. Die Masse der kleinen Neffen muss als entsprechend gering sein oder die anatide Vorhangkombination hat eine erheblich höhere Stabilität im Vergleich zu unserem Universum.

Auch können sich die Neffen problemlos zu dritt auf einen Fensterrahmen setzen, als wäre es eine Mauer, was bei uns statisch vermutlich unmöglich wäre.

Sie können sich ferner problemlos zu dritt im Fell eines Hundes verstecken, der doch eigentlich nicht nur aus Haut und Knochen besteht – wo ist der Rest der Neffen? Spielt hier eine besondere Eigenschaft des anatiden Morphotels eine Rolle? Ist der Oberkörper weggemorpht?

Erlauben die besonderen Eigenschaften des anatiden Morphothels diese Erscheinung?

Haben die Neffen zwecks Verwirrung des Onkels ihre Mützenfarben geändert? Man beachte in den folgenden Beispielbildern, dass der gefangene Neffe zunächst eine grüne Mütze trägt, im Folgebild dann aber eine blaue, die ihm allerdings auch vom Bruder zugeflogen sein könnte. Bezeichnenderweise sagt Donald dann aber wiederum: „Einen von euch habe ich!“ und nicht etwa: „Hab ich dich, Tick!“

Ein Blick zurück zum Anfang des Berichts zeigt, dass der Klub zunächst aus vier Mitgliedern bestand (Tick, Trick, Track und Herbert). Einer der vier wurde durch eine höhere Macht (Herberts Mutter) aus dem Spiel genommen, aber dann hätten die Neffen eigentlich einfach einen vierten Körper morphen können, um ihren Klubnamen „Vier Freunde der Faberstraße“ behalten zu können. Aber in weiser Voraussicht, haben sie das unterlassen. Denn zu viert wären einige der später notwendig gewordenen Versteckoptionen von vornherein ausgefallen.

Clever! Denn das wäre zu viert schwieriger geworden!

Am Ende fasziniert Alex der dreihändige (ternäre) Händedruck über alle Maßen. Dies ist vielleicht eine nur im Anaversum mögliche Form der händischen Vereinigung.

ternärer Händedruck: den Fähigkeiten des Morphothels geschuldet oder andere anatide Besonderheit?

Andreas, Irene und Ralph untersuchen die Parallelen zwischen dem Donnerhall in Entenhausen und jenem in unseren Gefilden.

Donnerhall im HiFi-Center
TGDD 51

Bei ihren Forschungen Stoßen Andreas und Irene auf altes deutsches Liedgut. „Es braust ein Ruf wie Donnerhall“ ist die erste Textzeile von „Die Wacht am Rhein„. Dies ist ein patriotisches Lied, welches im Deutschen Kaiserreich ab 1871 die Funktion einer inoffiziellen Nationalhymne hatte. Seine erste prominente Aufführung bei der Silberhochzeit des späteren Kaisers Wilhelm I. bewirkt eine Popularität, die sich 1870/71 noch steigerte. Hier von Heino wiedergegeben, der ja bekannter maßen auch im Anaversum bekannt ist (zum Beispiel „Eine würzige Geschichte“ – Fünfter G.R.Ü.N.E. S.O.S.S.E.-Stammtisch, dort das Panel, in dem die Indianer rufen, sie wollen singen können wie Heino). Siehe den Direktlink zu YouTube:

donnertosende Töne vom blonden Barden

Interessante Nebeninformation: das Lied „Die Wacht am Rhein“ spielt auch in dem Filmklassiker „Casablanca“ von 1942 eine Rolle und wird dort gerne von den allgegenwärtigen Nazis intoniert. Für mehr Hintergrundinformation siehe diesen Link.

Ralph entdeckt einen brausenden Posaunenchor – zwar nicht aus Poppenbüll aber dennoch beeindruckend. Auch dieses unvergleichliche Tondokument findet sich auf YouTube:

brausende Posaunen aus Edertal

Ralph berichtet ferner, dass es Poppenbüll es auch in unserem Universum gibt und zwar in Schleswig-Holstein, in der Kirchengemeinde Eiderstadt-Mitte. Der Name Poppenbüll leitet sich dabei von Poppo ab, einem Apostel der hier von 960 – 970 gewirkt hat. Der Wortteil „Büll“ kommt aus dem Dänischen und bedeutet soviel wie „Wohnplatz“. Dort gibt es auch in der Tat den Posaunenchor Garding, der sich dienstags von 20-21:30 trifft und brausend pausoniert!

Lage von Poppenbüll in unserem Universum: im westlichen Schleswig-Holstein, auf der Halbinsel Eiderstedt

Irene versucht die Herkunft der martialischen Reden zu ergründen, die von den „Vier Freunden von der Faberstraße“ und nachher von den „Drei dreckigen Ducks“ geschwungen werden. Nicht in allen Fällen war sie dabei erfolgreich. So ist es unter anderem beim ersten Beispiel bisher nicht gelungen, eine klassische irdische oder anatide Quelle zu finden:

Nie wieder wir greifen, nach Schwamm und Seifen

Nie wieder wir greifen
nach Schwamm und Seifen.

Quelle: unbekannt

Stahl und Eisen mögen vergehen, unser eigener Dreck bleibt ewig bestehen

Die Fachzeitschrift „Stahl und Eisen“ ist eine monatlich erscheinende Zeitschrift für die Herstellung und Verarbeitung von Eisen und Stahl und die entsprechenden Unternehmen und Märkte. Sie erscheint seit 1881 und war das Organ des Stahlinstituts VDEh – des früheren „Vereins Deutscher Eisenhüttenleute“. Der im November 1860 gegründete „Technische Verein für Eisenhüttenwesen“ trat im November 1861 als Zweigverein dem Verein Deutscher Ingenieure bei (diese Verbindung wurde 1880 aufgelöst).

War Erika Fuchs der Begriff „Stahl und Eisen“ durch ihren Mann Günter bekannt? Günter Fuchs war Fabrikant, Erfinder, Honorarprofessor der TU München (er lehrte „Technische Morphologie“), er leitete das Unternehmen „Summa Feuerungen“, eine Fabrik für moderne Öfen. Ging es um technische Dinge in den Comic-Geschichten, befragte Erika Fuchs meist ihren Mann.

Stahl und Eisen mögen vergehen
Unser eigener Dreck bleibt ewig bestehen

Quelle: Stahl und Eisen

Allzeit bereit zum Kampf gegen Sauberkeit

„Allzeit bereit zum Kampf gegen Sauberkeit“ ist das Motto der Pfadfinder („Be Prepared“) und war auch das Motto der jungen Pioniere der DDR.

Allzeit bereit zum Kampf gegen Sauberkeit.
Quelle: Pfadfinder, Junge Pioniere der DDR

Meinem Adlerblick entgeht nichts!

In den Alpen gibt es Ferienpensionen, Gaststätten und Aussichtspunkte namens „Adlerblick“ – vielleicht handelt es sich hierbei um eine Erinnerung von Frau Fuchs an ein launige Ferienfahrt mit dem Gatten?

Meinem Adlerblick entgeht nichts!
Quelle: mutmaßlich Fuchs

Onkel Donald, der Unentwegte!

Wie man weiß oder nachlesen kann, bedeutet „unentwegt“ soviel wie „ohne eine Pause“, „ohne Unterbrechung“, „mit großer Beharrlichkeit“, „ohne müde zu werden“ oder „ohne aufzugeben“. Das Adjektivs ist ein ursprünglich schweizerisches Wort, das seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts existiert. Die Schriftsteller Jeremias Gotthelf und Gottfried Keller verbreiteten „unentwegt“ in ihren Schriften, besonders in denen zur demokratischen Bewegung, auch über die Schweiz hinaus.

Erika Fuchs berichtete einst aus ihrer Schulzeit: „Vom geistigen Reichtum in der Welt erfuhren wir erst, als wir eine richtige Studienrätin für Deutsch und Geschichte bekamen.“ Diese Lehrerin lud die Schülerinnen regelmäßig zu sich nach Hause ein und machte sie mit den Werken bedeutender Künstler bekannt.“ Damals mag sie wohl auch mit Gotthelf und Keller in geistigen Kontakt gekommen sein

Onkel Donald, der Unentwegte!
Quelle: altes Schweizer Kulturgut,
zum Beispiel Jeremias Gotthelf und Gottfried Keller

Wir schwuren der Sauberkeit ab

„Wir schwuren der Sauberkeit ab“ ist kein martialisches Wort im engeren Sinne, doch fällt die ungewöhnliche Konjugation „abschwuren“ ins Auge. Ein kurzer Blick in den Duden oder in das Wiktionary erhellen die geneigte Leserin. „Wir schwuren ab“ ist neben „wir schworen ab“ eine zweite mögliche Form des Präteritums Erste Person Plural von „abschwören“.

Wir schwuren der Sauberkeit ab
Quelle: deutsche Sprachgewandtheit

Wer wie ich das Lasso schwingt, die Beute stets zur Strecke bringt

Hier ist die Quelle unklar. Möglicherweise erinnert sich Donald an seinen Einsatz als Sheriff in Bullet Valley.

Wer wie ich das Lasso schwingt,
die Beute stets zur Strecke bringt
Quelle: unklar

No Future!

„No Future“, der berühmte Schlussrefrain aus dem Sex-Pistols-Song „God Save The Queen“ aus dem Jahr 1977, wurde zum Schlagwort für eine neue Jugendbewegung, die auf Lebenswege, die bis ins Detail geplant waren, mit heftigster Ablehnung reagierte. Die deutsche Erstveröffentlichung dieses Berichts war erst 1987 (in MM 43 / 1987) , was dieses geflügelte Wort in diesem recht frühen Barks-Bericht erklären könnte.

No Future!
Quelle: Sex Pistols,
siehe auch: Der deutsche Wortschatz seit 1600

Endkampf

Das Wort „Endkampf“ wird in verschiedenen Zusammenhängen verwendet, so zum Beispiel in Kriegszeiten als „letztes Gefecht“ oder „Entscheidungsschlacht“, im Sport als „Finale“, „Endspiel“ oder „Endrunde“, in Actionfilmen, Krimis oder Western als „abschließender Machtkampf“, in der Bibel als „Armageddon“ oder „endzeitliche Entscheidungsschlacht“ oder schlicht als „Todeskampf“ oder „Agonie“.

Endkampf
Quelle: Der deutsche Wortschatz seit 1600

Wie herrlich leuchtet mir die Natur! So sauber strahle jedwede Kreatur! Ach, es ist eine Lust zu leben!

Diese Zusammenstellung berühmter Zitate zeugt von einer weitgefächerten humanistischen Bildung. Woher stammen die Zitate?

„Wie herrlich leuchtet mir die Natur!“ stammt aus dem Mailied von Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)

„So sauber strahle jedwede Kreatur!“: das Zitat „“Jedwede Kreatur hat einen Urtrieb nach liebender Umarmung.“ stammt von Hildegard von Bingen (1098-1179), einer Mystikerin, Äbtissin, Dichterin, Universalgelehrten und Heiligen

„Ach, es ist eine Lust zu leben!“: DAs Zitat „„O Jahrhundert! O Wissenschaften: Es ist eine Lust, zu leben.“ stammt von Ulrich von Hutten (1488-1523), einem Reichsritter und Humanist während der Renaissance.

Wie herrlich leuchtet mir die Natur!
So sauber strahle jedwede Kreatur!
Ach, es ist eine Lust zu leben!
Quellen: Johann Wolfgang Goethe,
Hildegard von Bingen
und Ulrich von Hutten;
siehe auch: Berühmte Zitate.

Jörg beschäftigt sich mit den Namen der Bernhardiner, denen die Ducks im Laufe der Barks-Fuchs-Berichte bei sich ein Zuhause geben. Eine überraschende Vielfalt fällt auf, die am Ende wieder zum Bewährten Anfangsnamen „Bernie“ führt.

US-Veröff.Deutscher TitelFuchs-NameBarks-Name
WDC 43Die drei dreckigen DucksBernieBolivar
WDC 56Der SchlafwandlerBelloBolivar
WDC 65Lore aus SingaporeBolivar (F1) / Bello (F2)Bolivar
WDC 76Falsch wie GiftAttilaBolivar
WDC 82ZauberkunststückeBernieBolivar
WDC 125Test am GraupelpaßBarbarossaBornworthy (Umbenennung wegen Simon Bolivar)
KG 1/1Die Kunst des DrachensteigenlassensBernieBernie
WDC 184Die WeihnachtswäscheBernieBernie
Die Namen der Bernhardiner der Ducks

Kirsten amüsiert sich über den phlegmatischen Herbert. Da Herbert und seine Mutter den Suiden angehören (und nicht wie die Ducks den Anatiden) wird die Theorie diskutiert, ob generell in Entenhausen die Bürgermeister und sonstige Politiker (die in Entenhausen meistens Suiden sind), wohl üblicherweise aus solchen phlegmatischen Jugendlichen hervorgehen.

Phlegmatiker in Entenhausen: selbst wenn eine höhere Gewalt die Schicksalsgemeinschaft auseinander reißt: noch mal schnell am Lolly gelutscht; „is‘ ja eh alles egal!“

Kirsten zeigt ferner auf, wie bemerkenswert für ein Frühwerk von Barks die von Tick, Trick und Track dargestellten engelsgleichen Putten im Vorhang sind: selbst in dieser Phase gibt es bereits klare Anzeichen für die breite und auch kulturhistorische Bildung der drei Neffen.

Die Verstecke der drei Neffen zeigen Hinweise auf die italienische Hochrenaissance. Rechts das Original vom anatiden Raffael.

Ralph macht außerdem auf das Phänomen des extrem saugfähigen Hundefells aufmerksam, von dem in dieser Geschichte berichtet wird. Die Wasserkapazität des Hundes ist schlichtweg enorm. Wie wir wissen, findet sich der Hund des Hauses irgendwann in der Badewanne, die für die Neffen vorbereitet worden war.

Bernie in der (noch) mit Wasser gefüllten Badewanne

Dann erhebt sich Bernie aus der Badewanne… Und, oh Wunder… sein Fell hat die gesamte Wassermenge aufgesogen!

Das Hundefell nimmt ungeahnte Wassermengen auf

Wir wissen, dass das Wasser am Ende wieder einer sinnvollen Anwendung zugeführt wird, aber was Ralph interessiert und zugleich verblüfft, ist die Wasserkapazität des Hundefells. Dazu eine kleine Rechnung:

  1. Handelsübliche Badewanne: fasst circa 180 l
  2. Muss man die verminderte Körpergröße der Ducks berücksichtigen? Donald circa 1.06 m => Höhe der Badewanne circa 53 cm. Dies entspricht ziemlich genau der Höhe handelsüblicher Badewannen in unserem Universum. Also: nein!
  3. Das heißt, Bernies Fell hat 180 Liter Wasser aufgesogen.
  4. Ups!
  5. Abschätzung der Oberfläche eines Bernhardiners mit einer Widerristhöhe von den üblichen 90 cm (Annäherung als Kugel von 90 cm Durchmesser)
  6. => 4π*(0,45 m)² = 2,54 m² = 254 dm²
  7. In jedem Quadratdezimeter Fell befinden sich also circa 180 l/254 = 0,71 l
  8. Also eine Flasche Mineralwasser in einem brillenputztuchgroßen Stückchen Fell
  9. Das wäre für unser Universum immens und würde selbst bei einem Chihuahua (Widerristhöhe circa 20 cm) eine Wasserkapazität von 12 * 0,71 l = 9 l ergeben.

(Anmerkung [Danke! an Thorsten, der darauf aufmerksam gemacht hat]: hierbei wird ein zunächst als unzulässig anzusehender Gedankensprung gemacht, der nicht ohne weiteres nachvollziehbar ist. Mit „…ein Quadratdezimeter…“ ist „…ein Quadratdezimeter Bernie-Fell…“ gemeint. Dabei wurde unterschlagen, dass ein Fell eine gewisse Dicke hat – sagen wir mal 3 cm. Dann wäre das Volumen, um dass es hier pro Quadratdezimeter geht, angenähert 1 dm² * 3 cm (= 300 cm³). Diese Unterschlagung gleicht sich allerdings wieder aus, wenn man davon ausgeht, dass auch der Chihuahua ein 3 cm dickes Fell hat. Insofern sollte der Gedankenschluss zulässig sein.)

Eine wissenschaftliche Untersuchung, ob die Saugfähigkeit irdischen Hundefells mit jener im Anaversum mithalten kann, hätte sich eigentlich anschließen sollen, scheiterte aber bisher an der Nichtverfügbarkeit eines Chihuahuas. Ralph möchte an dem Thema dran bleiben.

Daneben wurde aus der Runde vorgeschlagen, dass es sich bei dem hundeartigen Wesen womöglich gar nicht um einen Hund im irdischen Sinne handelt, sondern um einen Schwamm in Hundeform (Spongia canis familiaris). Dies würde unmittelbar die unerwartet hohe Wasseraufnahmekapazität erklären.

Thorsten hat eine fantastische vergleichende Zusammenstellung der beiden Berichte um schmutzkrustige Ducks gemacht. Er stellt in der folgenden Tabelle die „Drei dreckigen Ducks“ von 1943 dem Bericht „Die Weihnachtswäsche“ von 1955 gegenüber. Links ist das jeweilige Bild aus „Die drei dreckigen Ducks“ und rechts das analoge aus „Die Weihnachtswäsche“.

Außerdem erläutert Thorsten, dass wir den Drang zum Nicht-Waschen auch im irdischen Universum kennen, und zwar aus „unserer“ Renaissance, in der Waschen als ungesund oder sogar schädlich angesehen wurde. Inzwischen sind wir schlauer. Nichtsdestotrotz sollen ein paar der folgenden Thesen der Neffen auf Wahrheitsgehalt überprüft werden.

gewagte Behauptungen zur Auswirkung von Schmutz und Dreck?

Die Aussage, dass Seife schädlich für die Haut sei, entspricht insofern unserer Erfahrung, als dass zu häufiges Waschen mit Seife der natürlichen Fettschicht der Haut schaden kann. Die Aussage, Schmutz halte warm, überrascht jedoch auf den ersten Blick, da das Feder-/Haarkleid der Ducks für eine isolierende bzw. wärmende Luftschicht sorgt. Dreck kann dafür sorgen, dass diese Luftschicht verschwindet, beispielsweise weil die Erdspritzer aus dem obigen Bild die Federn / Haare verkleben. Der Bericht „Weihnachtswäsche“ bietet jedoch an anderer Stelle Aufschluss:

Schmutz scheint im Anaversum mehr Radioaktivität zu beinhalten als auf der irdischen Erde

Offenbar sind Entenhausener Erdschichten (der „Schmutz“) radioaktiv. Radioaktivität kann wärmen (vgl. die Funktionsweise eines Kernkraftwerks). Insofern ist die Aussage der Neffen, der Entenhausener Schmutz halte warm, nicht vollends von der Hand zu weisen. Auch uns sind diverse radioaktive Elemente überliefert, deren Strahlung augenscheinlich als nicht besorgniserregend angesehen wird (vergleiche zum Beispiel Hössel: Das Periodensystem im Anaversum; DD 156).

Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Aspekt, der Beachtung verdient (aus dem Bericht „Weihnachtswäsche“):

anatide Enten ohne eigenen Körpergeruch?

Offenbar haben anatide Enten keinen eigenen Körpergeruch; anders ist die Aussage der beiden rechten Neffen nicht zu verstehen. Dies ist insofern erstaunlich, da die Ducks sehr wohl über Schweißdrüsen verfügen, welche als potentielle Geruchsquellen dienen könnten: Schweiß und Angstschweiß sind beispielsweise in dem Bericht „Der Aprilscherz“ (BL WDC 35) oder aus dem Bericht „Die Wünschelrute“ (I) (BL WDC 16) überliefert.

anatider Enten Schweiß auf einer Südseeinsel
anatider Schweiß in der Wüste

Die „Geruchslosigkeit“ der Ducks muss einen evolutionären Vorteil bieten, andernfalls hätte sich diese biologische Eigenschaft nicht per Natürlicher Selektion durchgesetzt.

In der Tat spüren (in unserem Universum) viele Fleischfresser ihre Beute mithilfe ihres Geruchssinnes auf, sodass eine Geruchslosigkeit einen natürlichen Vorteil bieten kann. Übertragen auf das Anaversum könnte dies eine Erklärung bieten, warum uns so wenig von natürlichen Fressfeinden der Enten überliefert ist. Aber Fressfeinde, wie Wölfe, sind aus der Entenhausener Umgebung nicht vollkommen verschwunden, siehe „Die Intelligenzstrahlen“ (zum Beispiel in BL WDC 21)

Natürliche Fressfeinde auch anatider Enten können sich zur realen Gefahr entwickeln

Es ist eine Bemerkung wert, dass der hier dargestellte Wolf keinen instinktiven Appetit auf Enten hat (ist dieser evolutionär verloren gegangen?), sondern erst nach Durchschreiten der Düsentrieb’schen Intelligenzstrahlen und nach Erreichen von höherer Intelligenz.

Vor dem Hintergrund der Bedrohung durch Fressfeinde erscheint das regelmäßige Reinigen und Baden der Ducks überlebenswichtig, da schmutzbedingte Geruchsbildung potentielle Fressfeinde auf die Ducks aufmerksam machen kann. Somit zeigt das wöchentliche „Samstagsbad“, das Donald seinen Neffen bereitet, seine (Für-)Sorge um Tick, Trick und Track.

Der nächste Stammtisch

Der nächste Termin des Stammtischs der G.R.Ü.N.E.n S.O.S.S.E. ist

am Freitag 09. Oktober 2020
um 18:30 Uhr

Wir verwenden dazu wieder den zoom-Video-Dienst. Bitte einfach eine E-Mail an mich senden, dann gibt’s die entsprechenden Zugangsdaten.

Der Bericht für das nächste Mal

Der Bericht für das nächste Mal wurde von Kirsten vorgeschlagen und von Stammtisch angenommen. Sie hat „Die Macht des Geldes“ (The money stairs – WDC 157-01) ausgesucht, zu finden unter anderem in BL WDC 24.

Für den darauf folgenden Stammtisch schlug Thorsten „Land unter der Erdkruste“ vor (zu finden zum Beispiel in BL OD10). Allerdings sollten wir das noch mal besprechen, da sich für Dezember eine der vielen bereits vorgeschlagenen Weihnachtsgeschichten anbieten würde.

Vorschläge vorgeschlagen am  vondiskutiert am Kommentar
Eine würzige Geschichte17.06.2019Thorsten09.08.2019 
Das Gold der Inkas09.08.2019Heike18.10.2019 
Das Münstermännchen18.10.2019Andreas13.12.2019 
Der Zerstörer27.10.2019Christian07.02.2020 
Die Monsterstadt07.02.2020David17.04.2020 
Die Bewährung02.03.2020Ralph19.06.2020 
Die drei dreckigen Ducks17.04.2020Josef und Mathilda14.08.2020 
Die Macht des Geldes14.08.2020Kirsten09.10.2020 
Erlebnisse einer Weihnachtsgans27.10.2019Christian speziell für Weihnachten?
Lockruf des Goldes28.10.2019Christian  
Der goldene Weihnachtsbaum03.11.2019Jörg speziell für Weihnachten?
Zu viele Weihnachtsmänner03.11.2019Jörg speziell für Weihnachten?
Rat einmal!03.11.2019Jörg speziell für Weihnachten?
Weihnachten für Kummersdorf03.11.2019Jörg speziell für Weihnachten?
Ein poetisches Weihnachtsfest03.11.2019Jörg speziell für Weihnachten?
Land unter der Erdkruste14.08.2020Thorsten  
die bisher eingereichten Vorschläge für zu diskutierende Barks-Fuchs-Berichte


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