Siebter Stammtisch

Fr, 13. Dezember 2019, 19:50 – ca. 23:00

Ort: Wunderbar, Antoniterstraße 16, 65929 Frankfurt am Main

8 Anwesende (alphabetisch)

  • Alex aus Ludwigshafen
  • Andreas aus Oberursel
  • Christian aus Königstein
  • David aus Schwalbach am Taunus
  • Heike aus Limburg
  • Jörg aus Rodgau
  • Kirsten aus Frankfurt (virtuell anwesend)
  • Markus aus Offenbach
  • Ralph aus Frankfurt
  • Thorsten aus Offenbach (virtuell anwesend)

Protokoll: Ralph Hössel

Donaldisches Durcheinander / die Lokation

Aufgrund der Dezemberitis mussten leider zwei hochgeschätzte Donaldisten-Paare absagen. Aufgrund eines Trauerfalles musste ein weiterer hochgeschätzter Kollege der formidablen Veranstaltung fernbleiben. Daher die bedauerlich geringe Anzahl von 8 Teilnehmer*innen.

Die Lokation „Wunderbar“ wurde nun – Gründungsstammtisch mitgerechnet – zum zweiten Mal besucht. Platztechnisch war es diesmal wieder besser als im „Storch“. Aufgrund des vollbesetzten Lokals war der Lautstärkepegel auch wieder erheblich. Letzterer wurde allerdings durch die professionelle Freundlichkeit der Bedienung, die sogar unseren Sticker angenommen und öffentlich zur Schau gestellt hat, ausgeglichen.

Die Hymne

Nachdem schließlich auch David, Andreas und Jörg erschienen sind, wurde die Hymne gesungen. Auch dieses Mal wieder in einer großen Klarheit und Feierlichkeit. Wir können stolz auf uns sein – wenn auch erstaunlich wenige Nachbartische aufgemerkt haben.

Fieselschweif-Palaver D.O.N.A.L.D.-Kongresse

Wir beschließen die Gründung einer Arbeitsgruppe für die Vorstellung der G.R.Ü.N.E.n S.O.S.S.E. in Herford 2020 sowie ein Bewerbungskomitee, um den Kongress nach Frankfurt zu holen – eventuell in 2021, eventuell aber auch in einem der Folgejahre. Da beide Sachverhalte relativ zügig geklärt werden müssen, sich inhaltlich überschneiden und die Schnittmenge der Personen, die sich bereit erklärt haben mitzuarbeiten groß ist, entscheidet der Protokollant spontan, beide Arbeitsgruppen in einem gemeinsamen Fieselschweif-Palaver (nicht „Task-Force“!, denn es muss ja nicht alles unbedingt Englisch sein) zusammenzufassen.

Folgende Donaldistinnen / Donaldisten habe sich bereit erklärt, an der Vorstellung der G.R.Ü.N.E.n S.O.S.S.E. in Herford 2020 mitzuwirken:

  • Andreas: Die Veronkelung wird lebendig: Donald, Magica und Daniel – die Neffen und Nichten meiner Schwester.
  • Christian (Thema muss noch geklärt werden)
  • David (Thema muss noch geklärt werden)
  • Heike: Bericht meines Interviews mit Carl Barks
  • Kirsten: Bericht meiner großen Liebe zu einem bekannten Erpel
  • Ralph: Bericht meiner Reise in das Land der viereckigen Eier

Folgende Donaldistinnen / Donaldisten habe sich bereit erklärt, an der Organisation des Kongresses in Frankfurt am Main in 2021 (oder einem späteren Zeitpunkt) mitzuwirken:

  • Andreas
  • Heike
  • Jörg
  • Kirsten
  • Ralph
  • Thorsten (nach dem Stammtisch mitgeteilt)

Für den konkreten Veranstaltungsort in Frankfurt wurden weitere Ideen genannt. Neben den bereits vorgeschlagenen Orten (Universität, Stadthaus in der Neuen Altstadt, der Turm des Hessischen Rundfunks [Maintower]) wurden noch das Gesellschaftshaus im Palmengarten, der Henninger Turm sowie die Paulskirche genannt. Donald war schließlich auch nie bescheiden!

Dem Protokollanten wird es anheim gestellt, möglichst zeitnah einen Termin für ein außerordentliches Treffen zu organisieren um die anstehenden offenen organisatorischen Fragen zu klären.

Das Münstermännchen

Dieses Mal wurde von Andreas der Bericht „Das Münstermännchen“ ausgesucht. Der Bericht erschien das erste Mal 1965 in Uncle $crooge 60 unter dem Originaltitel „The Phantom of Notre Duck“. In der Micky Maus erschien er zum ersten Mal 1967 (MM 48/1967), in den TGDD erschien er 1982 (TGDD 71/2).

Wie immer, versuche ich hier von jeder Teilnehmerin / jedem Teilnehmer einen repräsentativen Überblick ihres / seines Beitrages wiederzugeben. Bei sehr umfangreichen Ausarbeitungen ist dies aber aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Ich bitte um Euer Verständnis.

Von Andreas , Thorsten und Jörg wird zunächst einmal das Entenhausener Liedgut analysiert. Das Volkslied  „Gold und Silber lieb’ ich sehr“  entstand um 1830. Der Text stammt von August Schnezler, (1809-1853). Die Melodie ist überliefert. Der Komponist ist unbekannt. Das gesamte Lied umfasst 12 (!) Strophen, die alle wie gemacht für Onkel Dagobert und die anderen Ducks zu sein scheinen. Die erste Strophe kennen wir zum Teil, die anderen sind überraschend… Beispielhaft sei hier die vorzügliche Illustration von Andreas angeführt.

Gold und Silber lieb‘ ich sehr,
kann’s auch sehr gebrauchen,
hätt‘ ich nur ein ganzes Meer,
mich hinein zu tauchen;
’s braucht nicht grad geprägt zu sein,
hab’s auch so ganz gerne,
|:sei’s des Mondes Silberschein,
sei’s das Gold der Sterne.:|
Doch viel schöner ist das Gold,
das vom Lockenköpfchen
meines Liebchens niederrollt
in zwei blonden Zöpfchen.
Drum, mein liebes Kind,
lass uns herzen, küssen,
|:bis die Locken silbern sind
und wir scheiden müssen.:|
Seht, wie blinkt der goldne Wein
hier in meinem Becher;
horcht, wie klingt so silberrein
froher Sang der Zecher;
dass die Zeit einst golden war,
will ich nicht bestreiten,
|:denk‘ ich doch im Silberhaar
gern vergangner Zeiten.:|
Trautes Schätzchen, trag nicht Leid,
blicke nicht so trübe,
dass du nicht die einz’ge Maid,
die ich herzlich liebe.
Schau, Studenten machen’s so,
lieben mehr als eine;
|: bin ich nicht mehr Studio,
lieb ich dich alleine.:|
Gräm dich nicht den ganzen Tag,
dass wir gerne trinken,
dass ich dich nicht küssen mag,
wenn die Gläser winken;
schau, Studenten machen’s so,
sitzen gern beim Weine;
|: bin ich nicht mehr Studio,
lieb ich dich alleine.:|
Wer nur eine einz’ge küsst,
bis zur Jahreswende;
und die andern schüchtern grüsst,
der ist kein Studente.
Wer noch nie betrunken war,
der hat nie studieret.
|:Wär er auch gar manches Jahr
ins Colleg marschieret.:|
Mädchen halt die Röcke fest,
wenn die Winde blasen
denn wo was zu sehen ist
sind Studentennasen
Denn Studenten sind halt so,
sehen so was gerne
|:und sei’s auch nur ein Stück Popo
und aus weiter Ferne.:|
Jungfernschaft und Glück und Glas
sind der Dinge Dreie
stößt man zu mit Manneskraft
sind es nur noch zwei,
doch wer beim ersten Coitus
muß zahlen Alimente
|:der ist ein Rhinozeros
und wahrlich kein Studente.:|
Willst Du einst ein Mädchen hab’n,
das recht fesch und schick ist
schau Dir erst die Mutter an,
ob sie nicht zu dick ist.
Die Figur von der Mama,
wird Dir zum Verräter,
|: so schaut deine Alte aus,
vierzig Jahre später 😐
Wer die Quart nicht schlagen kann
und die Terz nicht rollen,
der hätt‘ lieber Handelsmann,
als Student werden sollen,
schau Studenten sind mal so,
schlagen Quarten, Terzen,
|: stehen tapfer auf Mensur,
schwarzes Blech am Herzen.:|
Meine Mutti hat gesagt,
einen Kuss in Ehren,
kann man einem Studio,
nimmermehr verwehren.
Und was meine Mutti sagt,
hab ich stets gehalten,
|:s’Küssen ist für junge Leut‘,
s’Zuschaun für die Alten.:|
Trifft mich einmal das Geschick,
dass ich Pfarrer werde,
wende ich dann meinen Blick,
von der sünd’gen Erde.
Bete ich dann das Brevier
und das Pater Noster,
|:dann mein Schatz, dann rat‘ ich dir,
geh‘ ins selbe Kloster.:|

Jörg hat eine außerordentlich umfangreiche Stoffsammlung zum Münstermännchen zusammengestellt. In Wikipedia findet man: Münster ist ein frühes deutsches Lehnwort aus griech. / lat. monasterium, „Kloster“. Damit wurde ursprünglich eine Kirche bezeichnet, die nicht Pfarrkirche, sondern Teil eines Klosters oder Stifts war. Auch Kathedralen wurden so genannt, weil auch die Domkapitel ursprünglich in klosterähnlicher Gemeinschaft lebten. Der Baustil der Entenhausener Kathedrale ist spätgotisch (Spätgotik lt. Wikipedia: 1350-ca. 1520) – ein typisches Baumerkmal sind zum Beispiel die Strebebögen und die typischen gotischen Fenster. Dies wurde auch schon von Olaf Oldigs & Norman Hendrich im Der Hamburger Donaldist 16, 1979 erwähnt.

Bei Erika Fuchs heißt es: „das Entenhausener Münster soll so groß sein wie der Stephansdom in Wien, nur nicht ganz so schön.“

gotische Strebebögen am und im Entenhausener Münster

Jörg und Ralph weisen auf den Beitrag im Reiseführer von Entenhausen hin: „Das Entenhausener Münster [Notre Duck]“. Laut Ernst Horst sieht das Entenhausener Münster von der Nordostseite genauso aus wie die imposante gotische Kathedrale von Reims (siehe: Ernst Horst: Nur keine Sentimentalitäten, 2010, S. 239). Im „Reiseführer Entenhausen“ wurde diese Erkenntnis dem Donaldisten Christian Baron zugeschrieben, allerdings ohne Quellenangabe – „Ja, sie besitzt sogar all die Türme, die man in Reims bauen wollte, aber nicht gebaut hat …“. Es handelt sich um Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc`s (man beachte den Namen!) Plan für die Restaurierung von Notre Dame in Reims (siehe Ernst Horsts Erkenntnisse in CBC 27, S. 126; Ernst Horst hat auf dem Kongress in Heidelberg [2004] ein nicht veröffentlichtes Referat über das Münster gehalten.) .

links: Entenhausener Münster, rechts: Sainte-Chapelle in Paris – ein Meisterwerk der Hochgotik (Wikipedia).
links: Münster von Entenhausen, rechts: Kathedrale von Reims

Jörg führt an, wie beeindruckend auch die Gegenüberstellung des Entwurfs der Kathedrale von Reims von Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc von 1859 und dem Entenhausener Münster ist.

links: wunderschöne Zeichnung von Note Duck auf der Webseite https://www.donaldduckweb.nl/artikelen/wereld/notreduck/, rechts: der so nie fertig gestellte Entwurf der Kathedrale von Reims von Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc(k)

Dem Münster hat PaTrick Bahners in seinem Buch „Entenhausen – Die ganze Wahrheit“ fast ein ganzes Kapitel gewidmet mit Berücksichtigung der Erkenntnisse von Ernst Horst und Christian Wessely. Die Türflügel sind ausgehängt und entfernt worden, d.h. es werden keine Messen mehr gelesen.

ausgehängte Türflügel und auf Hochglanz polierter Boden im Entenhausener Münster

Auf Wesselys Arbeit weisen Jörg und Ralph hin. Hier ein Link zu dem sehr interessanten und lehrreichen Artikel von Christian Wessely:

Obwohl keine Messen mehr gelesen werden, sind Sitzkissen vorhanden – Wessely vermutet, dass die vorhandenen Bänke (und Kissen) für Besucher von Orgelkonzerten sind. Stammtischteilnehmer Christian vermutet, dass entweder die Messen in Entenhausen bedeutend länger sind, oder die Bänke in den Kirchen äußerst unbequem.

Dicke, weiche Kissen. In Entenhausen sitzt man selbst bei Orgelkonzerten bequem.

Jörg weist auf Besonderheiten des Münsters hin, wie die drehbare Spitze und den uniformierten Wächter. Die Spitze rotiert nicht nur, sie lässt sich auch öffnen und diente dazu, den Sternenhimmel zu studieren. Dieser Turm wird von Wessely auf eine Höhe von 144 m geschätzt – 8 m höher als der Südturm des Stephansdoms. Die Kirche hat einen Wächter. Er trägt eine Uniform militärischen Zuschnitts mit Schulterstücken und Ärmelstreifen sowie einen Helm mit Federbusch. Wessely vermutet, dass es ein städtischer Bediensteter ist. Dies meint auch Mindermann (Uwe J.F. Mindermann: Faust – der Tragödie erster Teil, Vortrag auf dem Kongress 1988, Der Donaldist 64, S. 13 – „Gretchenfrage: Nun sag‘ wie hast Du‘s mit der Religion?“ – Mindermann vergleicht das Münster mit Stonehenge): „ein uniformierten Wächter, wie er in staatlichen Museen häufig vorkommt, ist am Eingang postiert“.

Kirsten ist aufgefallen, dass man sich in einem Münster eigentlich leise und ruhig verhält, aber die Ducks spielen Orgel, schreien herum, türmen Kissen auf und so weiter. Ungebührlich! Wie gerade erwähnt, sieht man einen Wachmann, der vom Rande aus zusieht, was die Ducks da so treiben. Warum greift er nicht ein und lässt sie gewähren? Fragen über Fragen…!

Jörg schaut sich dann an, wie viel Kirchen es außer dem Münster noch in Entenhausen gibt.

zahlreiche Beispiele für Kirchen in Entenhausen

Er findet, dass es 16 Kirchen im Stadtplan gibt: in E5, E7, E9, F7/8, F8, F9 (2), G4, G5, G7, H7, H9, H10, K2, und in K6 (2) plus die Kathedrale (in G8). Merkwürdigerweise ist die Kirche in G5 nicht im Stadtplan zum Heft „Reiseführer Entenhausen“ enthalten. Jörg hat noch zusätzliche Kirchen gefunden:

Kirche unter dem Mond
Kirchensilhouetten?
Kirche im Hintergrund

Jörg lässt aufmerken: mit den 16 Kirchen ist Mindermann aus DD 64 widerlegt! Er hatte nur eine Kirche neben dem Münster gefunden. Diese Kirche (WDC 86 – BL-WDC 11 50 04 – Abb. rechts) ist nicht im Stadtplanverzeichnis – sie ist auch nur als Silhouette zu erkennen und nicht eindeutig eine Kirche.

Jörg fand auch Titelbilder, die vom Münstermännchen-Bericht beeinflusst sind:

ob an einer Glocke auch eine Melodie erklingt?
früh übt sich…

Weiterhin erzählt Jörg von der Errichtungszeit des Münsters, Religion in Entenhausen, Taschenlampen und Münzmünster, die Unwahrscheinlichkeiten in dem Bericht, besonders erwähnenswerte Panels, Ölgemälde mit Münzbauwerken, die rätselhafte selbst spielende Orgel im Augustinermuseum in Freiburg und weitere Themen im folgenden Text. Wer an Jörgs vollständigen Aufzeichnung interessiert ist, wende sich bitte vertrauensvoll an ihn.

Alex und Jörg lassen sich über die Vielfachrechenmaschine aus. Einerseits ein Gerät, mit dem man vielleicht den Kubikhektar berechnen könnte, andererseits seltsam aufgebaut. Wir sehen drei Seiten. 8 Reihen mit je 6 Kugeln (rechts), 7 Reihen mit je 6 Kugeln (oben), 8 Reihen mit je 10 Kugeln (links).

Alex und Jörg thematisieren das Geldspeicherschloss. Ein sehr beeindruckendes Schloss, das nicht nur mit einer einzigen Melodie geöffnet (und mit der gleichen Melodie rückwärts gespielt verschlossen) werden kann, es muss sogar eine bestimmte Flöte sein. Hat hier Düsentrieb seine Finger im Spiel?

Alex untersucht auf Seite 61 im TGDD 71: Spurobold wird vom Münstermännchen in den Abgrund gestoßen und fällt in einen Teich/Burggraben, der bei der ersten Draufsicht auf das Münster nicht zu sehen ist. Also ist es kein Burggraben, es muss sich vielmehr um einen künstlich angelegten Teich handeln. Auf Seite 63 (TGDD 71) könnte man meinen, Dagobert kennt den Spürhund des Fähnlein Fieselschweif. Als ihn dieser aus der Orgelpfeife befreit, nennt er ihn nämlich bei seinem Spitznamen Boldi, nicht mal bei seinem richtigen Namen Spurobold.

Alex wundert sich über die Kolorierung auf Seite 62 im TGDD 71: diese sei ein Beleg dafür, dass die Kolorierung, die weder von Barks noch von Fuchs stammt, nicht zur Identifizierung der Neffen herangezogen werden kann: der Neffe mit der grünen Mütze ruft seine Brüder Tick und Track, der Neffe mit der roten Mütze ebenfalls?

unklare Bemützung im TGDD 71

Ralph merkt an, dass die Kolorierung in der Barks Library (BL-OD 32, S. 48) da schon realistischer ist. Der Neffe mit der grünen Mütze ruft nach Tick und Track, der Neffe mit der blauen Mütze ruft nach Tick und Trick. Daraus könnte man unmittelbar schließen, dass Tick eine rote Mütze hat, Trick die grüne und Track die blaue.

klare Bemützung in der Barks Library

Weitere Verwunderung tritt bei Alex auf (TGDD 71, S. 64) als sich das Münstermännchen die Münzen aus Dagoberts Geldspeicher verschafft. Rauf auf die Schubkarre, und dann einmal durch die Stadt ins Entenhausener Münster! Offenbar ohne, dass ihn jemand sieht. Auch nicht schlecht.

Schließlich für Alex das größte Geheimnis: Wie schafft es das Münstermännchen, seine Münznachbildung so zu bauen, dass es hält, in einer Stadt, in der auch schon mal Erdbeben durch die Kullern ausgelöst werden? Muss ja ein unheimlich festes Fundament sein, auf dem das Entenhausener Münster erbaut wurde.

Christian bemerkt, dass Vergleiche zu unserem Universum gezogen werden. Ist den Entenhausenern der Stephansdom in Wien bekannt? Oder gibt es im Anaversum auch ein Wien? Es fallen allerdings beim Münster in Entenhausen die vielen galerieartigen Außenbögen im Vergleich zu dem Stephansdom in Wien auf. Eine ungewöhnliche Bauweise.

Stephansdom zu Wien

Des weiteren decken Christian und Kirsten auf, dass sich Dagobert ungewöhnlicherweise dem Aberglauben unterwirft und dafür auch „selbstverständlich“ Münzen in den Münsterbrunnen des Münsters wirft , damit er die Flöte, die nun den Zutritt seinem Geldspeicher sichert und auch öffnet nicht verliert. Das ist für Dagobert sehr ungewöhnlich. Hat er eine Ahnung vom Münstermännchen?

Thorsten, Christian und Jörg werfen einen genaueren Blick auf die Orgel. Das Entenhausener Münster kann es nicht nur im Hinblick auf seine Architektonik mit irdischen Sakralbauten aufnehmen. Sondern die münstereigene Orgel stellt alle irdische Orgeln in den Schatten und hat einen größeren Tonumfang als die größte irdische Orgel.

Mannesgroße Orgelpfeifen mit Eingangstüren. Dienen diese der Innenreinigung?

Es ist zum Beispiel bekannt, dass die Körpergröße von Onkel Dagobert ca. 1m beträgt. Aus der Körpergröße kann auf den Durchmesser einer Orgelpfeife geschlossen werden, da Onkel Dagobert horizontal schwebend in ihr Platz findet. Aus dem Durchmesser kann auf die Höhe geschlossen werden und aus der Höhe kann auf den Ton bzw. die Frequenz geschlossen werden.

Zusammenhang zwischen Tonhöhe und Größe von Orgelpfeifen (Quelle: Wikipedia)

Aufgrund der Panels, in denen Tick, Trick und Track durch Falltüren in die Orgel fallen, kann angenommen werden, dass sie in gedackte (oder auch „gedeckte“) Orgelpfeifen fallen (d.h. Orgelpfeifen mit „Deckel“):

Hört Dagobert Frequenzen von unter 16 Hz?

Thorsten führt weiter aus, das eine gedackte Orgelpfeife mit 1m Durchmesser ca. 15,6m hoch ist (wäre sie ungedackt, wäre sie ca. doppelt so hoch). Eine Orgelpfeife mit diesen Ausmaßen produziert den Ton F4. Vermutlich würde man ihn Subsubkontra-F nennen, mit einer Frequenz von ca. 5,46 Hz, also Infraschall. Ein solcher Ton ist für Menschen unhörbar. Die tiefsten, für den Menschen hörbaren Töne haben eine Frequenz von 20 Hz. Es gibt auf der Erde nur zwei Orgeln, welche den Ton C3, Subkontra-C, produzieren (16 Hz). Bereits dieser ist unhörbar und nur die Vibration ist wahrnehmbar. Der Hörbereich von Vögeln (Enten?) ist geringer als beim Menschen und unterschreitet 40 Hertz nicht. Das abgebildete Panel könnte so verstanden werden, dass die Melodie, welche die Orgelpfeife produziert, in der Onkel Dagobert eingesperrt ist, von den Ducks gehört werden kann. Das würde bedeuten, dass die Ducks den Ton F4 mit 5,46 Hz im Infraschallbereich wahrnehmen. Das impliziert, dass die anatiden Enten einen umfangreicheren Hörbereich haben als die irdischen Enten. In Thorstens Ausführungen wird auch ein Online-Rechner zur Berechnung der Größe und Tonhöhe einer Orgelpfeife angegeben.

Christian erörtert die physische und psychische Wirkung: auch wenn Menschen Infraschall kaum ohne Hilfsmittel hören können, ist er bei hohen Schalldrücken wahrnehmbar. Die Wahrnehmungsschwelle steigt mit sinkender Frequenz von etwa 90 dB bei 10 Hz auf über 120 dB bei 1 Hz. Wegen der unterschiedlichen Lage der Hörschwelle bei verschiedenen Menschen kann ein für manche unhörbarer tiefer Ton anderen Personen lästig erscheinen. Zusätzlich können insbesondere die tieffrequenten Vibrationen (Erschütterungen) bei hohen Schalldrücken gefühlt werden. Eine schädigende Wirkung auf Gehör, Gleichgewichtsorgane, Lunge oder innere Organe ist unterhalb eines Schalldruckpegels von 170 dB strittig, zumal die Schmerzgrenze individuell verschieden ist. Auch unterhalb dieser extrem hohen Pegel sind, wie bei jeder Schalleinwirkung, psychische Auswirkungen (insbesondere Abnahme der Konzentrationsfähigkeit oder erhöhte Blutdruckwerte) möglich.

Warum sind die Pfeifenaufschnitte der Orgelpfeifen vergittert? Hat das Münstermännchen bereits in der Vergangenheit andere Entenhausener in diesen Pfeifenkörpern gefangen gehalten?

Christian, Jörg und Kirsten wundern sich über das Deckengemälde. Es zeigt einen Ritter im Kampf mit einem Drachen. Vermutlich handelt es sich um den heiligen Georg (gestorben um 303), einen legendären christlichen Heiligen.

Mittelalterliche Darstellungen von Rittern und Fabelwesen, wie Drachen. Gibt es diese Darstellungen in einer uns bekannten Kirche ? Ja.

Zu diesem Topos gibt es unzählige künstlerische Darstellungen, hier ein schönes expressionistisches Beispiel von August Macke.

Georg im Kampf mit dem Drachen (August Macke, 1912)

Erstmals wurde der heilige Georg zur Zeit der Kreuzzüge im 12. Jahrhundert mit dem Begriff des Drachentöters in Verbindung gebracht, besonders durch die Legenda aurea des Jacobus de Voragine. Die Drachenlegende des Georg von Kappadokien ähnelt verschiedenen Rittermärchen. Georg rettet die jungfräuliche Königstochter vor einer Bestie, dem Drachen, indem er ihn schwer verletzt, wonach ihn die Jungfrau auf Geheiß zahm in die Stadt führt. Dort bringt Georg den König und das Volk dazu, sich taufen zu lassen, und erschlägt anschließend den Drachen. Die Jungfrau ist ein Opfer, das der Drache von der Bevölkerung fordert. Nach dem Erschlagen des Drachen ist das Land vom Bösen befreit. In verschiedenen Versionen der Legende wird von einer unterschiedlich großen Zahl von Menschen berichtet, die sich taufen lassen. Der Theologe Hubertus Halbfas weist darauf hin, dass Georg die Königstochter nicht heiratete, da die Taufe das inhaltliche Ziel der Legende ist. Der Drachenkampf symbolisiere den mutigen Kampf gegen das Böse.

Kirsten kritisiert, dass das Münstermännchen „als Gespenst“ bezeichnet wird . In ihren Augen ist das Münstermännchen aber sehr lebendig, weil es Flöte und Orgel spielt, durch die Gegend läuft und sich nicht einfach durch Wände bewegt. Und woher kennt das Münstermännchen die Melodie „Gold und Silber lieb ich sehr…“?

Christian bewundert den meisterhaften Schuss der Neffen mit dem Riesen-Pfeil-und-Bogen, der den an einer Schnur hängenden Dagobert befreit. Hier hat sich offensichtlich die Ausbildung beim Fähnlein Fieselschweif ausgezahlt.

Hat sich die Ausbildung beim Fähnlein ausgezahlt, oder ist es vielleicht doch ein Glückstreffer?  Der Bogen wird dieserart nicht sehr stabilisierend gehalten..

Dagobert ist anscheinend sehr hundelieb, denn ansonsten würde er nicht den Hund der Pfadfinder, Spurobold, beim Kosenamen „Boldi“ nennen (Panel 7 auf Seite 49 in BL-OD 32)

Markus bringt ein Fragment einer Querflöte mit und merkt an, dass man mit Dagoberts Flöte augenscheinlich nur schwer ein komplexes Lied, wie „Gold und Silber lieb‘ ich sehr“ spielen kann, da sie noch nicht einmal 8 Löcher (sondern nur 5) hat. Flöten mit so wenigen Löchern gab es wohl im 4. und 5. Jahrhundert, jedoch sind sie in der heutigen Zeit völlig unüblich. Außerdem befremdet es Markus sehr, dass Querflöten – und um eine solche handelt sich es offensichtlich (siehe Panel 1 des Berichts) – normalerweise stets Klappen über den Löchlein haben – nicht jedoch so im Anaversum.

Markus präsentiert einen Teil einer Querflöte

Als das Phantom Münstermännchen demaskiert wird, zeigt sich ein Ebenbild Dagoberts. Hier drängt sich Christian folgende Frage auf: Sind alle Entenhausener dieser Welt mit dem Hang nach Geld, Gold und Reichtum Gleichnisse Dagoberts? Man möchte die Frage zunächst bejahen, denkt man an beispielsweise an Mac Moneysac. Aber es gibt selbstverständlich auch Ausnahmen – denkt man an Klaas Klever. Diesen kann man aber auch charakterlich so gar nicht mit Dagobert vergleichen, denn er unterscheidet sich durch seinen Prunk, wichtigtuerischem Gehabe und der Verschwendungssucht doch sehr von Onkel Dagobert. Kirstens Schlussfolgerung geht dahin, dass das Münstermännchen im Grunde ein „Inneres“ von Onkel Dagobert ist. So quasi seine versteckten Wünsche und Vorlieben, die er sich als harter Geschäftsmann nicht leisten kann in Form der Gestalt des Münstermännchens. Das erklärt für sie, warum er Münzen in den Brunnen wirft und das Münstermännchen die Melodie kennt, um seinem unterbewussten Ich die Möglichkeit zu geben, sein Vorhaben zu vollenden. Alex bedauert schließlich, dass wir weder den Namen noch die Geschichte des Münstermännchens erfahren, das so aussieht wie Dagobert. Ein entfernter Verwandter, dessen man sich schämt? Unwahrscheinlich! Allerdings verweist Jörg auf die Thesen von Oldigs und Hendrich (Der Hamburger Donaldist 16) – es gibt dafür eindeutige Beweise: Der Baumeister war ein Duck, weil er den Münsterbrunnen mit kleinen Enten schmückte. Der Glöckner ist ebenfalls ein Duck, weil er (fast) ein „Doppelgänger“ von Dagobert ist. Wer hat recht?

Nach vielem Hin- und Her, dem Münstermännchen die Flöte wieder abzunehmen, und der zwischenzeitlichen Entdeckung des Nachbaus des Münsters mit den Münzen, gibt Onkel Dagobert dem Münstermännchen die fehlenden Münzen, die es sich aus dem Geldspeicher geholt hat, um die Kathedrale fertig zustellen. Es möchte unbedingt wissen, wie das Münster aussieht, wenn es fertiggestellt ist. Kirsten schließt daraus, dass das Münster, ähnlich dem Kölner Dom, nie vollendet wird und immer noch daran gebaut wird….

Abschließendes Fazit (Alex, Jörg): Ein sehr beeindruckender Bericht mit vielen sehr eindrucksvollen Erlebnissen. Und dabei sind wir nicht einmal auf die Waghalsigkeit eingegangen, mit der sich Donald und die Neffen in luftige Höhen auf wilde Verfolgungsjagden begeben. Hochachtung bezüglich der Zeichnungen von Carl Barks mit dem enormen Detailreichtum und der wiederum kongenialen Übersetzung von Erika Fuchs (Gold und Silber lieb ich sehr ….)!

Wer an den ausführlicheren Ausarbeitungen von Alex, Andreas, Christian, Jörg, Kirsten und Thorsten interessiert ist, wende sich bitte vertrauensvoll direkt an die geschätzte Kollegin oder die geschätzten Kollegen. Sie sind bestimmt bereit, sie zu teilen.

Angeberurkunde

Alex gibt mit seiner Angeberurkunde an. Sie zeichnet ihn aus als den Gewinner der Kopfnuss RedMiFüMi 144. Leider hat niemand ein Foto gemacht. Deswegen gibt es hier nur ein geklautes Foto.

Alex mit Angeberurkunde. Foto geklaut von den S.E.D.

Denis Schecks 100 beste Werke

Unter den von Denis Scheck gekürten besten 100 literarischen Werke befindet sich auch der Carl-Barks-Erika-Fuchs-Bericht „Die Wette“ – der „Erstauftritt“ von Gustav Gans (1947) . Jörg brachte uns diese Erkenntnis. Danke! Siehe Denis Schecks Kanon der Weltliteratur. Wir wussten schon immer, wir lesen Weltliteratur!

Die Wette (1947)

Entenhausen ist überall

Der Protokollant weiß nicht mehr, wer uns über diesen Beitrag informiert hat, aber er ist sehr sehenswert:

Der nächste Treffpunkt

Der nächste Termin des Stammtischs der G.R.Ü.N.E.n S.O.S.S.E. ist
am Fr., 7. Februar 2020 um 19:00 Uhr im Lokal
Zum Schwan
Höchster Schloßplatz 7, 65929 Frankfurt am Main.

Wie immer muss ich ergebenst um Anmeldung bitten, um allen einen Sitzplatz garantieren zu können. Bitte auch Partner/innen und eventuelle Neffen und Kinder mit anmelden, denn auch diese brauchen einen eigenen Sitzplatz.

Der Bericht für das nächste Mal

Der Bericht, der beim nächsten Mal besprochen wird, wird ab diesem Stammtisch mit der einfachen Stimmen-Mehrheit der Anwesenden Donaldistinnen und Donaldisten festgelegt. Die Auswahl besteht in einer Liste, die jederzeit erweitert werden kann. Im Moment sieht sie folgendermaßen aus. Abgestimmt wurde diesmal für „Der große Zerstörer“, vorgeschlagen von Christian.

Vorschläge  am  vondiskutiert am Kommentar
Eine würzige Geschichte17.06.2019Thorsten09.08.2019
Das Gold der Inkas09.08.2019Heike18.10.2019
Das Münstermännchen18.10.2019Andreas13.12.2019
Der große Zerstörer27.10.2019Christian07.02.2020
Erlebnisse einer Weihnachtsgans27.10.2019Christianspeziell für Weihnachten?
Lockruf des Goldes28.10.2019Christian
Der goldene Weihnachtsbaum03.11.2019Jörgspeziell für Weihnachten?
Zu viele Weihnachtsmänner03.11.2019Jörgspeziell für Weihnachten?
Rat einmal!03.11.2019Jörgspeziell für Weihnachten?
Weihnachten für Kummersdorf03.11.2019Jörgspeziell für Weihnachten?
Ein poetisches Weihnachtsfest03.11.2019Jörgspeziell für Weihnachten?
Der Bericht für das nächste Mal: „Der große Zerstörer“

Der Protokollant regt an, dass sich beim nächsten Bericht alle an die ursprüngliche Idee halten, und sich möglichst auf einen oder zwei Aspekte beschränken. Es erscheint wenig sinnvoll, wenn alle Stammtischmitglieder versuchen einen vollständige Analyse des jeweiligen Berichts anzufertigen. Meine Meinung!

Zum Abschluss

Alex stellt vor „Monsters of Kreisklasse Borussia Hodenhagen vs. Entenhausen“. Kann man mögen. Muss man aber nicht.


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